Beweglichkeitstraining im Fussball mach beweglicher und steigert Kondition, Schnelligkeit, Kraft und Kraftausdauer

Ein optimales Maß an Beweglichkeit ist auch im Fußball von unschätzbarem Wert. Ohne Beweglichkeit ist es kaum möglich, ein hohes Niveau an Schnelligkeit, Kraft, Koordination und Technik im Fussball zu entwickeln.

Die Funktionalität unserer Muskulatur hat im Sport einen enorm wichtigen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Ein gezieltes Beweglichkeitstraining schult die Muskulatur sich in Anspannung und Entspannung zu entwickeln. Dies hat einen hohen Einfluss auf viele Bereiche der fusballspezifischen Leistungsfähigkeit.

Fußballspieler mit einer optimalen Beweglichkeit führen all ihre Spielaktivitäten viel kontrollierter, harmonischer und energieeffizienter aus. Sie sind eben durchaus beweglicher.

Das Beweglichkeitstraining in diesem Trainingsprogramm setzt sich zusammen aus Dehn- bzw. Stretchingübungen, Mobilisationsübungen und Übungen zur muskulären Aktivierung.

Die Fitness zu verbessern bedeutet auch beweglicher zu werden

Gerade für uns Fußballer ist es sehr wichtig, eine flexible und bewegliche Hüfte zu haben. Man kann sie auch als unsere wichtigste Achse bezeichnen. Je besser sie ausgebildet ist, desto schneller können wir sprinten, desto härter können wir schießen und desto flexibler sind unsere Laufwege im Spiel. Diese Achse wirkt sozusagen unterstützend auf alle Bereiche des Fussballspiels.beweglichkeit-fussball-training

Neben der Hüfte ist die Beweglichkeit in den anderen Muskelregionen unseres Körpers ebenfalls entscheidend, also die Beine (Oberschenkel-, Unterschenkel-, Waden-, Gesäß-, Fuß- und Schienbeinmuskulatur), der Rumpf (Bauch, Hüfte / Becken, Gesäß und unterer Rücken), aber auch der Oberkörper (Arme, Brust, Rücken, Schultern, Nacken).

Letztendlich arbeitet bei der Beweglichkeit/Flexibilität kein Muskel für sich allein, sondern sie stehen in Wechselbeziehung und beeinflussen sich gegenseitig. Eine gut trainierte Oberschenkelmuskulatur ist beispielsweise entscheidend für die Hüftbeweglichkeit. Die Beispiele lassen sich hier problemlos auch für andere Muskelregionen fortsetzen.

Natürlich rückt beim Beweglichkeitstraining für uns Fussballspieler besonders die Bein-/Rumpfregion in den Vordergrund. Trotzdem sollten auch ergänzend Beweglichkeitsübungen für den Oberkörper durchgeführt werden, da dieser entscheidend für die Körperhaltung und die Stabilität ist.

Im Fussball ist die Beweglichkeit und Flexibilität der Muskulatur in vielen Bereichen von großer Bedeutung und hat Einfluss auf folgende Leistungsfaktoren:

  • konditionelle Leistungsfaktoren: Verbesserte Entfaltung von Kraft und Schnelligkeit (Flexibilität), sowie von Koordination und Ausdauer (effizientere Bewegungen und Muskelarbeit) durch ein gezieltes Beweglichkeitstraining. Entgegen vieler Behauptungen macht durchdachtes Beweglichkeitstraining mit Dehnen/Stretching die Muskulatur nämlich nicht „langsamer“. Eine schnellkräftige Muskulatur und eine gute Beweglichkeit schließen sich nicht aus, sondern sorgen im Zusammenspiel für Höchstleistung auf dem Platz. Trotzdem gibt es beim Dehnen/Stretching einige Dinge zu beachten, welche in diesem Handbuch noch erklärt werden.
  • technische Leistungsfaktoren:  Verbesserung von Pass, Torschuss, Dribbling, Ballannahme, Zweikampf und der Fußhaltung aufgrund einer optimalen Beweglichkeit der Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bändern. Die technischen Bewegungen mit dem Ball können viel kontrollierter, genauer und harmonischer ausgeführt werden. Regeneration, Erholungsfähigkeit und Verletzungsresistenz von Muskulatur und Körper werden mit einer optimalen Beweglichkeit verbessert. Durch Dehnen bzw. Stretching wird die Entspannungs- und Erholungsfähigkeit innerhalb der Muskulatur verbessert.
  • Beweglichkeitstraining, insbesondere Stretchen/Dehnen steigert die Körperwahrnehmung. Man lernt wie es sich anfühlt, wenn die Muskulatur unter Spannung steht oder vollkommen entspannt wird. Die gesamte körperliche und mentale Verfassung wird durch die Auswirkungen eines regelmäßigen Beweglichkeitstrainings positiv beeinflusst. Man lernt die Muskeln aus ihren Spannungszuständen zu lösen und zu entspannen. Diese muskuläre Entspannungsfähigkeit wirkt sich auf das gesamte Körpergefühl aus.

Fazit zu Beweglichkeitstraining und Fussball:

Fussball ist Bewegung und durch die Verbesserung der Beweglichkeit und Flexibilität in Muskulatur und Gelenken kann die Leistungsfähigkeit des Fussballspielers langfristig gesteigert werden. Auch die Verletzungs-anfälligkeit bei hoher körperlicher Belastung kann durch die verbesserte Erholungsfähigkeit der Muskulatur verringert werden.

Sinn und Unsinn des Stretchings/Dehnen

In den letzten Jahren wurde der Zweck des Dehnens/Stretchens (nachfolgend nur noch Stretching genannt) im Fussball immer wieder stark diskutiert und kritisiert. So haben einige Trainer komplett auf Stretchingübungen verzichtet und andere setzten es sparsamer ein. Es gibt hier also zahlreiche Meinungen, Befürworter und Gegner zur Thematik.

Aus eigener Erfahrung bin ich nach wie vor ein Befürworter und vertraue außerdem auf die Erfahrung anderer Sportler und Sportwissenschaftler, gerade aus dem Bereich Fussball.

Wenn man das Stretching der Muskulatur als Trainingsmethode richtig anwendet und die entscheidenden Trainingsprinzipien verinnerlicht, kann die Beweglichkeit und Flexibilität ohne nachhaltige Beeinträchtigung der Schnelligkeit (was ja immer wieder behauptet wird) erheblich gesteigert werden.

Fakt ist: Stretching spielt im Profisport eine große Rolle. Und auch die oben aufgeführten positiven Wirkungen des Stretching sprechen für sich. Stretching gehört also, richtig angewendet, ganz klar zu einem ausgeglichenen Training und kann die Leistungsfähigkeit des Fussballspielers nachhaltig steigern.

Im Profifussball sehen wir beispielweise häufig ein kurzes und aktives Stretching in Verbindung mit Mobilisations- und Aktivierungsübungen im Aufwärmprogramm. So wird die Muskulatur optimal auf die bevorstehenden Anforderungen des Fussballspiels vorbereitet.

Fortsetzung folgt…